 |
26.02.2007
Traumkörper formen
Waschbrettbauch und schmale Hüften - eine Innsbrucker Studie bestätigt für Männer, was Forscher schon für Frauen herausgefunden hatten
Ausschlaggebend für die Entwicklung einer Essstörung soll nicht ein übersteigertes Schönheitsideal, sondern ein falsches Bild vom eigenen Körper sein. Das Team der psychiatrischen Abteilung der Universitätsklinik Innsbruck untersuchte 27 essgestörte Männer im Alter zwischen 19 und 43 Jahren - 17 mit Anorexie, 10 mit Bulimie. Als Vergleichsgruppe dienten 21 männliche Bergsteiger und 21 Nichtsportler. Alle Teilnehmer sollten am Computer einen männlichen Körper mit unterschiedlichen Anteilen an Fett und Muskeln kreieren.
Die Männer entwarfen zwei verschiedene Körper: Der eine sollte ihrem eigenen entsprechen, der andere sollte ein Körper sein, den sie selbst bzw. Frauen bevorzugen würden. Das Ergebnis: Beim Idealkörper unterschied sich das von den Essgestörten entworfene Körperbild hinsichtlich Körperfett nicht wesentlich von dem der Vergleichsgruppen. Bei der Beurteilung des eigenen Körpers gab es dagegen deutliche Unterschiede: Hier ordneten sich die Anorektiker und Bulimiker durchschnittlich doppelt so viel Körperfett zu, wie sie tatsächlich besaßen. Die gesunden Probanden wiesen eine derartige Wahrnehmungsverzerrung wesentlich seltener auf.
|
|
|