05.11.2007
Kinder: Oft Fertiggerichte statt Selbstgekochtes
Bei mehr als drei Viertel der Kinder kommen mindestens einmal wöchentlich Fertiggerichte auf den Tisch.
Das ergab eine Untersuchung des Forschungsinstituts für Kinderernährung (FKE) in Dortmund. Die Wissenschaftler hatten die Ernährungsgewohnheiten von rund 550 Kindern und Jugendlichen analysiert.
Das Resultat: 86 Prozent gaben an, mindestens ein Fertiggericht zu sich genommen zu haben. Bei jedem fünften Kind landete sogar täglich mindestens eine Fertigmahlzeit auf dem Teller. Dabei ernährten sich Jungen häufiger von sogenanntem Convenience Food als Mädchen. Davon unabhängig hatten Fertiggerichte bei den 14- bis 18-Jährigen eher einen Stammplatz auf dem Speiseplan als bei Jüngeren. "Im Prinzip ist es verständlich, dass diese Mahlzeiten bei uns so hoch im Kurs stehen", erklärt Dr. Mathilde Kersting vom FKE.
Convenience Food ist praktisch und spart Zeit. Dennoch sieht die Privatdozentin Fertiggerichte kritisch: "Die Produkte enthalten durchschnittlich deutlich mehr Fett und weniger Gemüse als aus unserer Sicht empfehlenswert ist. Zudem beinhalten sie oft Geschmacksverstärker." Eine Folge: Die Kinder werden gewissermaßen auf einen Einheits-Geschmack eingeordnet. Solche Erfahrungen aus der Kindheit können die Geschmacksvorlieben sehr lange prägen, wie Studien zeigen. Nichtsdestotrotz raten die FKE-Forscher von Fertiggerichten nicht gänzlich ab. Sie empfehlen aber, die Produkte öfter mal ein wenig "aufzupeppen". "Sahne im Rezept lässt sich oft problemlos durch Milch ersetzen", betont Kersting. "Und wenn man eine Pizza mit frischem Gemüse belegt, schmeckt das sogar besser." Als Zwischenmahlzeit sollte zu Obst gegriffen werden, gewissermaßen ein natürliches Fertiggericht. |