Pressemitteilung
 

07.01.2008

Neuer genetischer Dickmacher entdeckt

Fast fünfzig Prozent der Bevölkerung besitzen eine Genvariante, die das Risiko für Übergewicht und Fettleibigkeit im Kindes- und Erwachsenenalter erhöht.

Das hat ein Forscherteam der Universität Duisburg-Essen, jetzt herausgefunden. Die Wissenschaftler hatten bei 487 adipösen und 442 normalgewichtigen Kindern erstmals insgesamt knapp 500.000 Genvarianten im menschlichen Erbgut analysiert. Die Forscher suchten gezielt nach Veränderungen, die bei Personen mit Übergewicht vermehrt auftreten.

 

Dabei fanden sie einen neuen "Dickmacher" namens "rs1121980". Diese Erbgut-Veränderung tritt im sogenannten FTO-Gen auf, das maßgeblich für die Entwicklung von Übergewicht verantwortlich ist. So konnte an insgesamt 38.759 Personen gezeigt werden, dass die mögliche Ausprägung der Genvariante "rs1121980" mit einem 31 Prozent erhöhten Risiko verbunden ist, übergewichtig zu werden. Die cirka 20 Prozent der Erwachsenen, die sowohl vom Vater als auch von der Mutter nur diese Gen-Variante geerbt haben, wiegen fast drei Kilo mehr als andere Personen. Ob ein Mensch Übergewicht oder gar eine Adipositas entwickelt, wird zu etwa 60 Prozent durch das Erbgut bestimmt. Einige Gene, die das Gewicht regulieren, sind schon bekannt.

 

"Die Rolle der Lebensumstände darf dabei natürlich auch nicht unterschätzt werden. Die Genvariante rs1121980 allein macht nicht dick", stellem die Wissenschaftler klar. Erst durch die Kombination mit weiteren Genvarianten beziehungsweise Umweltfaktoren, wie geringer Bewegung und kalorienreicher Ernährung, kommt es zu einer starken Gewichtszunahme.

   
 
 

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