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21.01.2008
Schwerer Fall: Tausende Gene beeinflussen Körpergewicht
Das Körpergewicht ist ein schwerer Fall für die Genforscher: Es hängt von dem Zusammenspiel Tausender Erbanlagen ab.
Das haben Forscher vom Monell-Forschungzentrum in Philadelphia bei einer Auswertung von Daten aus der wissenschaftlichen Literatur herausgefunden. Die Forscher suchten nach Hinweisen darauf, ob mit dem Ausschalten von Genen in Mäusen auch eine Gewichtsveränderung eintrat. Hochgerechnet ergab sich, dass rund 6000 Gene der Maus für das Körpergewicht verantwortlich sind. Beim Menschen dürfte sich ein ähnliches Bild ergeben, schätzen die Forscher. Ein einzelnes Gewichtsgen oder gar Übergewichtsgen gibt es also nicht, so die Forscher. Sie durchkämmten eine Datenbank, die Versuche mit sogenannten Knock-Out-Mäusen umfasste. Bei diesen Experimenten deaktivieren Wissenschaftler einzelnen Gene von Mäusen und schließen aus Änderungen im Körperbau, im Stoffwechsel und im Verhalten auf die Funktion der Gene. Oft sind die manipulierten Mäuse nicht lebensfähig. Rund 2000 verschiedene Knock-Out-Mäusestämme fanden die Forscher. 31 Prozent der Mäuse zeigten durch die Genveränderung auch eine Gewichtsreduktion, drei Prozent eine Gewichtszunahme. Bei 66 Prozent der Knock-Out-Mäuse gab es keine Gewichtsänderung. Wenn eine Knock-Out-Maus leichter und kleiner ist, so ist das für die Forscher ein Indiz dafür, dass das intakte Gen das Körpergewicht nach oben reguliert. Hochgerechnet auf das gesamte Mausgenom müssten den Forschern zufolge rund 6000 Gene das Gewicht mitbestimmen.
Die Forscher ziehen zwei Schlüsse: Wenn einerseits so viele Gene das Gewicht beeinflussen, habe die Suche nach einem einzelnen Gewichtsgen kaum Aussicht auf Erfolg. Andererseits müssten Forscher bei Versuchen mit Knock-Out-Mäusen beachten, dass ein gesundheitlicher Effekt eventuell nicht durch die Erbanlage direkt erzielt werde, sondern eher indirekt einer Gewichtsveränderung zuzuschreiben sei. Das Körpergewicht spiele eben auch als Risikofaktor bei Bluthochdruck, Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen eine wichtige Rolle.
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